Offener Brief an die Regierung – Unterstützung bei der Umsetzung der “Nachhilfe-Milliarde”

Schätzungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) besagen, dass rund 25 Prozent aller Schülerinnen und Schüler mit großen Lernrückständen aufgrund der Corona-Pandemie zu kämpfen haben. Jugendämter rechnen sogar mit doppelt so vielen Schulabbrechern wie in normalen Jahren (FAZ berichtete). Der Deutsche Lehrerbund beklagt, dass seit Beginn der Pandemie bereits mehr als 500 Unterrichtsstunden weggefallen sind.

Grund genug nun für die Bundesregierung endlich ein milliardenschweres Corona-Aufholpaket auf den Weg zu bringen. Doch diese „Nachhilfe-Milliarde“ kann nicht ohne digitales Lernen funktionieren. Wie dieses Förderprogramm konkret aussehen soll, dazu fehlt allerdings jeder Hinweis.

Das Potenzial für Online-Angebote im Bereich digitaler Bildung ist groß

Zahlreiche EdTech-Unternehmen, Start-Ups, Vereine und Verbände beweisen in der aktuellen Situation, dass passgenaue und individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern auch während der Pandemie und bei Schulschließungen möglich ist. Die digitalen Angebote werden nicht nur von den Schülern, sondern auch von sehr vielen Lehrkräften mittlerweile genutzt und stoßen dabei auf breite Akzeptanz. Die bereits bestehenden Online-Angebote können auch künftig miteinander kombiniert werden, um ein starkes Auffangnetz für Schüler/-innen und Lehrkräfte zu bieten. Potenzial gibt es daher sehr viel – genutzt muss es nur werden.

Initiative deutscher digitaler Bildungsanbieter bietet ein vielseitiges Unterstützungsangebot

Aus diesem Grund hat sich der Bundesverband Digitale Bildung e.V. mit weiteren 14 Bildungsangeboten zusammengeschlossen und sich in einem offenen Brief an das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und an die Kultusministerkonferenz (KMK) gewendet. Was wir fordern? Einen gemeinsamen Dialog. Was wir anbieten? Geballtes Know-How und Unterstützung aller Bildungsanbieter bei der Umsetzung des Programms an.

Förderprogramm muss alle Wissenslücken schließen können

In unserem gemeinsamen Schreiben stellen wir unter anderem heraus, dass „wir denken, dass ein Förderprogramm zur Lernhilfe so aufgebaut werden sollte, dass alle wichtigen Bereiche, synchrone, wie die klassische Nachhilfe ebenso wie persönliche Förderung/ sozialpädagogische Hilfe, als auch asynchrone Hilfen, wie Online-Lernhilfen für das Schließen von Wissenslücken in allen Fächern, abgedeckt“ werden sollten.

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