Zukunftskompetenzen: 4K-Modell des Lernens

Was sind die Kompetenzen der Zukunft? Welche Fähigkeiten sollten Bildungsinstitute unseren Schüler*innen beibringen bzw. stärken? In diesem Zusammenhang wird häufig das 4K-Modell erwähnt. Gemeint sind damit die vier Zukunftskompetenzen Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken.
Sie gelten als die Grundlagen für ein selbstgesteuertes Lernen und sind damit auch unmittelbar mit dem Wissenserwerb verbunden. In den USA sind diese Kompetenzen des 21. Jahrhunderts bereits bildungspolitisch umgesetzt worden und damit Bestandteil der (schulischen) Ausbildung. In Deutschland wird aktuell noch viel über diese Kompetenzen gesprochen.

Worum geht es bei den 4 Zukunftskompetenzen (4K)?

Die vier Fähigkeiten – Kreativität, Kollaboration, Kommunikation und kritisches Denken – sehen viele Experten aus Wirtschafft, Politik und Bildung als die Grundlage für unabhängiges Lernen, sie sollen Schüler*innen auf eine sich verändernde Arbeitswelt vorbereiten.
Die heutige Arbeitswelt ist von einem zentralen Begriff geprägt, wenn es um die Herausforderungen im digitalen Zeitalter geht. Dieser Begriff ist VUCA und meint damit “volatility” (“Volatilität”), “uncertainty” (“Unsicherheit”), “complexity” (“Komplexität”) und “ambiguity” (“Mehrdeutigkeit”). Um diesen Herausforderungen der modernen Arbeitswelt zu begegnen, sollten Arbeitnehmer diese vier Zukunftskompetenzen sicher beherrschen.

Zukunftskompetenz Kreativität

Um die Kreativität zu fördern, müssen offene, problemorientierte Aufgaben gestellt und Raum für kreative Problemlösungen geschaffen werden. Kreativität steht dabei für die Fähigkeit, vielfältig zu denken und Ideen, Geschicklichkeit, Flexibilität und Originalität hervorzubringen. Sie hilft dabei innovative Lösungen für Probleme zu finden und füllt einen Bereich aus, der nicht von Maschinen übernommen werden kann.

Zukunftskompetenz kritisches Denken

Das kritische Denken als Kernkompetenz ist ein zentraler Bestandteil des deutschen Schulsystems. Wichtige Aspekte des kritischen Denkens sind dabei die Förderung von reflektierenden Verhaltensweisen und die erfolgreiche Übertragung in neue Kontexte.

Zukunftskompetenzen Kommunikation und Kollaboration

Die Kompetenzen Kommunikation und Kollaboration sind weitgehend voneinander abhängig. Beide sind wichtig für die Teamfähigkeit und damit für die Schlüsselkompetenzen des 21. Jahrhunderts. Die Förderung der Kommunikation im Klassenzimmer erfordert kollaborative Formen des Lernens, unter anderem durch Feedbacks und Präsentationen. Kollaboration hat für den Unterricht mit digitalen Medien eine zentrale Bedeutung, die im gesellschaftlichen Zusammenleben an Relevanz gewinnt.

Unterricht nach dem 4K-Modell

Bei dem 4K-Modell geht es darum, den Unterricht so zu verbessern und zu verändern, damit Schüler besser vorbereitet werden auf die bevorstehende Arbeitswelt mit ihren Herausforderungen (Stichwort: VUCA). Dabei kann – muss aber kein direkter Bezug zur Digitalität aufgewiesen werden. Es ist somit zur universellen Unterrichtsentwicklung für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet. Guter und vor allem zeitgemäßer Unterricht sollte daher die 4 Zukunftskompetenzen bei den Schülern fördern. Ohne (Fach)Wissen geht es selbstverständlich dabei nicht.

Lernaufgaben können durch 4K vielfältiger und abwechslungsreicher werden

Die Qualität von Aufgaben oder Lerninhalten kann bei Berücksichtigung und Förderung der 4K auch dabei helfen, interessanteren und offeneren Unterricht zu konzipieren. Dies wiederum trägt unmittelbar zu einem schülergerechteren Unterricht und Aufgaben bei.

Kritik am Unterricht nach dem 4K-Modell

Kritische Stimmen entgegen, dass das 4K-Modell nur auf Kompetenzen beruht, die aus der wirtschaftlichen Perspektive als zukunftsfähig betrachtet werden, jedoch solle die Wirtschaft keinen zu großen Einfluss auf Bildung und Fachunterricht bekommen. Lehrer wie Nina Toller, die dieses Modell im Schulalltag anwenden, geben hier aber auch zu berücksichtigen, dass das Modell genutzt werden sollte, um eben Fachwissen zu transportieren. Ein Erklärvideo, beispielsweise sei ohne Fachwissen auch Quatsch, so Nina Toller im Interview mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Natürlich bleibt zu berücksichtigen, dass dieses Modell nur einen – wenn auch einen sehr wichtigen – Ausschnitt von Bildungsdimensionen abbildet.
Unbestritten bleibt – auch im Kontext der Zukunftskompetenzen – dass die Aufgabe von Schule deutlich komplexer ist als die alleinige Vorbereitung auf die Arbeitswelt oder die Vermittlung von einzelnen Soft Skills. Sicherlich sollten Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und Kritisches Denken bereits in der Schule gefördert und vermittelt werden, aber als alleinige Leitidee für eine zukunftstaugliche und schülergerechte Bildung ist diese ungeeignet.

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